Der Neue Blickwinkel
Atelier für Leben Bildende Kunst

Portrait-Dialog | Skulpturarbeit

Eine seltene Möglichkeit über die eigene Wahrnehmung zu reflektieren und sie zu trainieren.
Empfohlen und hilfreich ist diese Persönlichkeits-Bereicherung in erster Linie für Menschen, die mit Menschen arbeiten,
wie z. B. Therapeuten (Somatic Experiencing), Psychologen, Pädagogen, Ärzte u. ä.

Bislang haben Menschen aus folgenden Berufen an diesen Wahrnehmungs-Schulungen teilgenommen: Arzt, Ärztin, Osteopathin, Psychologe, Psychologin, Techniker, Technikerin (vom Bayerischen Rundfunk und vom NDR), Tanzlehrer, Sekretärin, Studentin, werdende (später auch geweihte) Priester und Pristerinnen, Journalisten, Schauspieler, Musiker, Lehrer, Coach - ohne Anspruch auf vollständige Aufzählung der Berufe und mit Wahrung der Diskretion / Persönlichkeiten.

Es war das erste Mal, dass die Teilnehmenden solche Portraits gestaltet haben. Sie stuften sich als unbegabt ein und profezeiten, sie könnten sowas niemals schaffen. Nachher waren bislang alle dankerfüllt erstaunt.

Es geht um den Beobachtungs-Prozess und um die Erkenntnisse, nicht darum, ein "perfektes" Portrait zu Ende zu erstellen.


Kurz vor der Priesterweihe haben die Weihekandidaten unter meiner Begleitung einander porträtiert.
Die Aufgabenstellung als Hintergrund lautete: "Die wahrnehmende Haltung eines Priesters beim Beicht-Gespräch".

Sollten Sie bei sich denken, dass manche der Gesichter einen angespannten Ausdruck haben, bedenken Sie bitte, dass es die Fokussierung auf das Modell und das eigene Werk war, wodurch eine solche Mimik erscheinen konnte.


Schweiz, St. Moritz, 2002
Es war eine Fortbildung für 12 Journalisten / Journalistinnen mit dem Thema "porträtieren lernen".
Zu dem Thema boten wir (fünf Dozenten) täglich eine neue Kunstdisziplin an: Zeichnen, Plastizieren, Musik und Theaterkunst. Am fünften Tag haben sie sich dann journalistisch porträtiert und am sechsten Tag  mit dem Lehrer/Supervisor die Schriftstücke analysiert.
Ja, es hieß, dass sie diese Plastiken an einem Tag gestaltet haben. Wir durften um 9 Uhr die eine Galerie und um 17:30 standen die Arbeiten auf der Treppe, da wir den Raum um 18 Uhr sauber verlassen mussten.
Die Menschen haben sich vorher nicht gekannt, wurden von dem Lehrer in Paare eingeteilt.
Niemand von ihnen hat vorher je ein Haupt plastiziert, die Skepsis war riesig, um so größer das Staunen.
Während der Arbeit haben sich wichtige Prozesse in den Einzelnen abgespielt, die zur Selbstkenntnis beitrugen und zu den größten gewonnenen Schätzen des Tages gehörten. Die Überwindung der Angst vor Versagen oder sich lächerlich machen, der Mut zum völlig Unbekannten und und Hoffnungslosen und Unvorstellbaren hinterließen in den Teilnehmenden nachhaltige und stärkende Spuren.
Die Früchte dieser Unternehmungslust und der Ausdauer haben sie alle angenehm erstaunt. 


Arbeiten in meinem (ehemaligen) Atelier (Mittelweg, Hamburg)
Durch diese Arbeit klären sich die einzelnen Menschen in sich und auch Beziehungen untereinander. 

Mutter und Tochter konnten einander nach mehr als 20 jahre "Krieg" annehmen. Andere haben vom Anfang mit Achtung und Liebe die Schönheit des Gegenübers mittels ihrer Formen festhalten. Paare haben erlebt, ob sie "ein-ander" und damit ihre Realität so "wahr-nehmen" können, wie sie ist. Verstrittene fanden Achtung vor dem anderen und konnten einander akzeptieren. Doch ist dies "nur", wenn auch ein großer Zugewinn, denn im Vordergrund steht die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeit die Realität sehen, annehmen und abbilden zu können.